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  • Maria Poulou und Soner Karkaoglu

Was ist das GHG Protocol?

Aktualisiert: Okt 19

Das GHG-Protocol (Greenhouse Gas Protocol) ist eine Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unternehmen mit Hilfe von Standardprogrammen eine Bilanzierung ihrer Treibhausgasemissionen zu erstellen. Ins Leben gerufen wurde das Protokoll bereits in den 90er Jahren als sich Unternehmensverbände mit der Frage beschäftigten, inwiefern Unternehmen ihre CO2-Emissionen erfassen und über diese berichten sollten. Daraufhin entwickelten das World Resource Institute (WIR) und das World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) Richtlinien zur Ermittlung der unternehmensbezogenen Treibhausgasemissionen. Anfang der 2000er kam es dann zur Veröffentlichung des Unternehmensstandards, welcher im Laufe der Jahre immer wieder überarbeitet wurde. Mittlerweile arbeiten über 90% der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt nach den Richtlinien des Protokolls[1]. Damit gilt das GHG-Protocol als bedeutendster Standard zur Erfassung von Treibhausgasemissionen von Unternehmen. Zahlreiche weitere Standards, wie die ISO-Norm 14064 gehen auf die Grundlage des GHG-Protocol zurück.

Die Protokoll-Standards lassen sich hierbei in drei unterschiedliche Bereiche einteilen, von denen die sogenannten Scopes 1 und 2 jeweils verpflichtend sind und Scope 3 hingegen den Unternehmen freigestellt ist. Das Scope 1 bezeichnet alle direkten Emissionen, die innerhalb der Grenzen eins Unternehmens entstehen. Scope 2 umfasst auch die außerhalb des Unternehmens erzeugten Emissionen, wie die der Wärme- und Stromproduktion. Während die Unternehmen zur Erfassung dieser Daten verpflichtet werden, sind die Angaben zum Scope 3 größtenteils freiwillig. Hierunter fallen die indirekt entstehenden Lieferketten-Emissionen der Herstellung, des Transports und des Abfalls von eingekauften Gütern. Da viele Unternehmen bei ihren Scope 3-Werten hohe Kosten für die Reduktion ihrer Emissionen befürchten, zögern sie bei der Herausgabe dieser Daten.

Das GHG-Protocol berechnet die Emissionen anhand von Verbräuchen statt Messungen. Mit Hilfe von Formeln lassen sich die Verbräuche in Formeln umrechnen. Diese Berechnungen ergeben sich aus wissenschaftlichen Daten, die von verschiedenen anerkannten Forschungsinstituten recherchiert und berechnet wurden.


WOZU EIN GHG PROTOCOL?

Die Standardisierungsmaßnahmen bringen wichtige Vorteile mit sich. Die Erfassung der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges „von der Wiege bis zur Bahre“ bietet die Möglichkeit, gezielt Risiken und Schwachstellen beim CO2-Ausstoß eines Unternehmens ausfindig zu machen und zu managen, denn „you can´t manage what you can´t measure“.

Es entsteht gleichzeitig eine wirksame Transparenz zu Unternehmen. Daher ist die Bedeutsamkeit der Angaben von Scope 3 nicht von der Hand zu weisen. Durch die Verpflichtung, Angaben zum Verbrauch von Grünstrom und fossilen Energien zu machen, entstehen neue Anforderungen an Unternehmen. Sie stehen unter erhöhtem Druck, ihren Verbrauch zu senken und mehr auf emissionsarme Energien zu setzen. Die gesammelten Daten ermöglichen einen Vergleich zwischen Unternehmen, sodass sich kein Unternehmen der Verantwortung seiner Ökobilanz entziehen kann.


Die immer strenger werdenden staatlichen Berichtspflichten stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Das GHG-Protocol ist dahingehend ein aussagekräftiger Bilanzierungsstandard und ermöglicht einem Betrieb die Identifizierung seiner wesentlichen Emissionsquellen.


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[1] https://ghgprotocol.org/about-us




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